Motto 2017: Rudi Rucksack

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Ein lautes „Tuuuut, Tuuut“ und der Zug fährt in die Bahnstation ein. Lisa liebt Zugfahren, viel mehr noch als Autofahren. Trotzdem steht sie zappelnd am Ausgang, denn sie ist das erste Mal mit ihrem Papa ganz alleine auf Urlaub in Tirol. Und zwar in dem Tal, in dem ihr Papa früher schon ganz oft mit Opa war. Im Hotel angekommen, will Lisa gleich den neuen Spielplatz sehen. „Nicht so schnell junge Dame!“, ruft ihr Papa aus dem Schlafzimmer. „Kannst du dich an das Bild von Opa und mir auf der Alm erinnern?“ „Natürlich! Das hängt doch bei uns in der Küche“, ruft sie. „Genau das meine ich. Auf dieser Alm gibt es die aller besten Speckknödel, da gehen wir zuerst hin, ich glaub‘ ich kann mich noch an eine tolle Abkürzung erinnern.“ Beide nehmen ihre Rucksäcke und auf geht’s!

Endlich im Wald! Plötzlich stehen sie vor einer Weggabelung. Lisa schaut ihren Papa fragend an:“ Welchen Weg sollen wir denn nehmen?“ Auch er grübelt, „ich weiß es auch nicht mehr“. Da hellt sich sein Gesicht auf. „Rudi Rucksack kann uns helfen! Dein Opa hat mir damals die Geschichte von einem guten Waldgeist erzählt, den nur Kinder rufen dürfen. Zum Glück kann ich mich noch an den Spruch erinnern. Lisa, ruf so laut du kannst: „Eins-zwei-drei, Rudi Rucksack komm herbei! Zwei-drei-vier, was du kannst, das zeige mir!“ Gesagt getan, plötzlich lugt hinter einer Tanne ein Wesen mit dünnen Armen und Beinen und mit großen Kugelaugen hervor. „Hallo, ich bin der Rudi, kann ich euch helfen?“ frägt er mit freundlicher, knorriger Stimme.

„Welcher Weg führt zur Alm?“ frägt Lisa. „Puh, gute Frage! Ich habe zwar keine Karte, aber wir können einen Spezialkompass bauen!“ Er holt aus seinem Bauch eine Nadel, reibt sie an seinem Filzhut, legt sie dann auf ein Blatt in einer Pfütze. Sofort fängt sie an sich zu drehen und zeigt schließlich in eine Richtung. „Danke! Du bist der beste! Willst du uns begleiten?“ ruft Lisa ganz begeistert. „Gerne!“ lacht Rudi, schwingt sich auf den Rücken von Lisa und verstummt, als sei er eingeschlafen.

Nach einer Weile kommen sie zu einem breiten Bach und es ist keine Brück ein Sicht. Lisa ruft: „Eins-zwei-drei, Rudi Rucksack komm herbei! Zwei-drei-vier, was du kannst, das zeige mir!“ Sofort beginnt der sprechende Rucksack in seinem Bauch zu kramen. Eine Taucherbrille fliegt heraus, „die wird uns wenig helfen“. Plötzlich hält er einen langen Strick in den Händen, „nach diesem Zauberseil hab ich gesucht!“ Wie von Geisterhand spannt es sich über das Wasser. So können Lisa und ihre Begleiter sicher durch den Bach waten. – „Geschafft! Danke Rudi!“

Aber nach einer Weile schaut Papa in den Himmel und meint besorgt, „die dunklen Wolken verheißen nichts Gutes, ich spür schon die ersten Regentropfen.“ – Lisa hat Angst vor Gewittern. Sie zögert nicht lange und ruft: „Eins-zwei-drei, Rudi Rucksack komm herbei! Zwei-drei-vier, was du kannst, das zeige mir!“ Wieder beginnt der Waldgeist in seinem Bauch zu kramen. Da holt er ein Nudelsieb hervor und schaut Lisa und ihren Papa fragend an. „Nein, da brauchen wir schon was anderes, ein Zelt oder so.“ Rudi sucht weiter und hält eine große Plane in den Händen, „nur Zeltstangen hab ich keine.“ „Aber dafür hast du doch noch das Zauberseil! Das spannen wir zwischen zwei Bäume, legen die Plane darüber und schon haben wir unseren Unterschlupf“, erklärt Lisa aufgeregt. Bei den ersten großen Tropfen sitzen die drei bereits kuschelig unter der Plane und sind froh, dass die Alm nur noch einen Katzensprung entfernt ist.

Bald ist das Gewitter abgezogen und die Wanderung geht weiter. „Schau Papa, ich seh‘ schon die Hütte!“ ruft Lisa. „Und ich rieche schon die Speckknödelsuppe!“ lacht der Vater, „genau wie vor 30 Jahren“. Auf der Alm verabschiedet sich Rudi Rucksack wehmütig: „Macht`s gut ihr Beiden, ich muss zurück in meinen Wald. Wie ihr mich findet, wisst ihr ja, und Lisa, sag`s auch deinen Freunden weiter!“ Sie winken ihm noch lange nach.

Die Geschichte gibt es hier zum Download.

Rudi Rucksack